Im sechsten Teil der Serie über die Verkehrsregeln in Neuseeland machen wir uns über die Strassenmarkierungen her.
Wie immer, wenn es um die Verkehrsregeln gehet, ist meine Quelle der offizielle Road Code New Zealand: The official New Zealand Road Code
Wenn man etwas über die Strassenmarkierungen wissen will, dann muss man leider den ganzen Code durchstöbern, weil es keinen gesonderten Abschnitt darüber gibt. Ich habe im folgenden zwar versucht, die wichtigsten Stellen zu finden, aber es gilt wie immer, alle Angaben ohne Gewähr.
Mittellinien: Die normalen Mittellinien sind eigentlich wie in Deutschland, weiss und unterbrochen. Es gibt aber noch weitere Linien, die durchaus unterschiedliche Bedeutung zu der in Deutschland üblichen haben können.
No-passing line: durchgezogene gelbe Linie auf der eigenen Seite der Mittellinie, fängt gestrichelt an.
Zwischen A und B kann man noch seinen Überholvorgang abschliessen, zwischen C und D darf man nicht mehr über die gelbe Linie fahren.
Die Linie bedeutet nicht, dass man nicht überholen darf. Wenn es sicher ist zum Überholen (genug Sichtweite und eigene Seite ist zwei Fahrzeugbreiten breit) und man nicht über die gelbe Linie dafür muss, dann ist das erlaubt. Man darf auch über die gelbe Linie, um umzudrehen oder in eine Strasse abzubiegen. Wie der Name also schon sagt, das Verbot geht um das Überholen.
flush median: so wird ein Bereich in der Mitte der Strasse genannt, der mit weissen Querstreifen bemalt ist, etwa so:
Dieser Streifen hilf auf breiteren Strassen beim Rechtsabbiegen. Man kann dort warten, wenn man erst noch Gegenverkehr durchlassen muss vor dem Rechtsabbiegen (B), oder man kann dort erst einmal hinfahren nach dem Rechtsabbiegen (A), falls der Verkehr kein direktes Einordnen zuläßt.
Linien bei Vorfahrt achten und Stop-Schildern:

Bei Stop-Schildern ist zusätzlich eine gelbe Linie aufgemalt (manchmal auch noch zwei), bei Vorfahrt-achten Schildern eine weisse linie (oder zwei).
Right-turn bay:
Beim Rechtsabbiegen sieht man manchmal diese Dreiecke, mit weißen Streifen gefüllt. Wenn man rechts abbiegen will, darf man über dieses Dreieck drüberfahren und kann dann in dieser Spurverbreiterung warten, bis man sicher rechts abbiegen kann. Dadurch behindert man den Verkehr auf der eigenen Spur nicht beim Abbiegen.
No-stopping lines: Das sind gelbe unterbrochene Linien am Strassenrand (innerhalb 1 Meter vom Rand) der eigenen Seite. Sie bedeuten ein Halte-Verbot. Findet man häufig vor Zebrastreifen oder an engen Strassenstellen oder vor Kreuzungen.
Fire-Hydrant:

Diese beiden Markierungen sind bei Hydranten auf der Strasse zu finden. Das Dreieck zeigt in die Richtung des Hydranten, der Kreis mit dem Rechteck drin bezeichnet den Ort des Hydranten selber. Hier darf man nicht drauf parken, es sei denn, es bleibt noch jemand im Wagen, der den Wagen notfalls wegfahren kann und auch darf.
Bei Nacht sind wichtige Markierungen noch mit Reflektoren gekennzeichnet:



Rot ist der linke Strassenrand, weiss die Mittellinie, gelb die no-passing linie, und blau ein Fire-Hydrant.
Dann gibt es natürlich noch die üblichen Markierungen für Zebrastreifen, so wie hier z.B.:
Hier sieht man übrigens auch einmal die no-stopping line (die gelbe unterbrochene Linei am Strassenrand, Halteverbot).
Einen anderen Fusgängerübergang findet man auch so:
Hier muss man zwar nicht anhalten für die Fußgänger, aber die meisten machen es trotzdem (wie beim Zebrastreifen), und es ist einfach nett.
Diese Überwege sind meist etwas erhöht gebaut.
Fallen Euch noch weitere Markierungen auf der Strasse ein, die der Erwähnung bedürfen? Schreibt einfach einen Kommentar!
No related posts.








RSS
Twitter
Facebook
Oh jeh, da bekomme ich richtig Respekt vor all jenen, die sich zutrauen, dort zu fahren. Ich denke, ich würde vor lauter Schreck und Aufregung alles vergessen, was ich zuvor darüber gelesen habe. Das wäre für mich sicher viel zu aufregend.
Hallo Hannah,
alles halb so schlimm, vieles von dem muss man nicht unbedingt wissen, um sicher auf den Strassen hier fahren zu können, aber es ist schon nützlich.
No worries! Wie die hier immer sagen.
Viele Grüße,
Frithjof
Danke für die ganzen Tipps. Aber ich denke, diese Infos braucht man vorallem um die Sicherheit für sich und andere Straßenteilnehmer zu gewähren. Wenn man eine weile auf den Straßen unterwegs ist, wird man sicherlich wie hier bei uns, eher nach dem eigenen Gefühl fahren. Ich weiß, dass sollte man so nicht sagen. Aber danke, dass Du diese ganzen Regeln vorgestellt hast. Sicherheit geht aber immer vor.
Hallo Peter,
Danke fuer den Kommentar. Du hast sicher Recht, das meiste von den Verkehrsregeln lernt man fuer die Pruefung und macht es dann nachher eher aus dem Gefuehl heraus. Manche Details sind einfach interessant, weil sie anders sind als in Deutschland, aber nicht wirklich fuer den taeglichen Gebrauch wichtig. Manche Sachen sind schon wichtig zu wissen, wenn man Bussgelder vermeiden moechte, z.B. die gelben Hydranten und die gelben gestrichelten Linien vor Zebrastreifen oder vor Kreuzungen.
Viele Gruesse,
Frithjof.
…und bald wird’s wieder verrückt mit der Änderung der Rechtsabbieger-Regelung!
(Übrigens mein Beitrag zur neuseeländischen Verkehrskultur: http://communitylaw.org.nz/Road-Code-Test.251.0.html )
Gruß,
Marco
Hi Marco,
danke für Deinen Kommentar und den Link. Nettes Lernprogramm für die Führerscheinprüfung!
Viele Grüße,
Frithjof
Hallo zusammen!
Ich gehe mal davon aus, dass die Verkehrsregeln bei den Kiwis denen in Australien ähneln. Sollte das so sein, werde ich wohl keine allzu großen Probleme beim Fahren haben. Außer, dass ich beim ersten Mal nicht den Blinker setze, sondern den Scheibenwischer betätige; ‘Insider’ wissen, was ich meine.
Licensing test:
Auch auf der Seite der New Zealand Automobile Association Inc. gibt es die Möglichkeit, sein Wissen über den road code abzufragen:
http://www.aa.co.nz/motoring/licensing-training/road-code-quiz/
Have a nice week
Frank
Hi Frank,
ja, die AA Seite hatte ich mittlerweile auch schon mal gesehen, sieht gut aus. Irgendwo habe ich die auch verlinkt, weiss gar nicht mehr, wo eigentlich.
Danke für den Hinweis!
Grüße,
Frithjof