Vor zwei Wochen hatte ich in meinem Blog-Geburtstagsartikel dazu aufgeufen, mir eine Neuseelandgeschichte zu schicken. Aus allen Einsendungen sollte dann ein glücklicher Gewinner das ausgeschriebene Buch zugeschickt bekommen.
Hier also alle Beiträge. Es sind insgesamt drei Stück, und ich danke allen Teilnehmern ganz herzlich für das Mitmachen! Ich habe mich auch dazu entschlossen, dass auch die beiden Beiträge, die nicht gewonnen haben, eine Anerkennung bekommen sollen. Ich finde es einfach gut, wenn sich jemand aufrafft, um einen Beitrag zu schreiben, dann ist die Mühe sicherlich eine Anerkennung wert.
Los geht’s:
Beitrag eins kommt von Kai Sievers:
Südliches Inland,
heute berichte ich von unserer Reise von Te Anau über Queenstown zum Lake Wanaka. Manapouri verabschiedet uns mit einem leuchtenden Regenbogen. Die Strecke nach Queenstown war abwechslungsreich, jedoch nicht spektakulär. Das muss ja auch nicht immer sein. Berge in Sicht, immer wieder Bäche, Flüsse oder Seen. Die Straßen sind schön leer und das ruhige dahingleiten mit dem Wohnmobil empfinde ich als sehr angenehm und entspannend. Schade, dass unsere Straßen hier in Deutschland nur nachts um 2 Uhr so leer sind. Wir halten einige Male an schönen Aussichten und genießen dir Ruhe.
Ich weiß nicht, ob ihr schon Ähnliches erlebt habt, aber ich wunderte mich schon öfters. Wir fahren gemütlich, entdecken etwas Schönes und halten in der Nähe. Alles ist leer, kein Mensch weit und breit. Wir beschauen unseren Ort des Interesses und auf einmal halten immer mehr andere Wagen. Ich parke übrigens nicht mittig und quer auf der Straße.
Uns kommt dann immer der Herdentrieb in den Kopf. Es ist dann immer recht lustig, die Leute zu beobachten. Manche fragen einen sogar, was es denn zu sehen gibt?
Von Süden kommend fährt man nach Queenstown direkt entlang des Lake Wakapitu. Die Straße führt Hügel auf und ab und folgt jeder Biegung.
Leider ist es ziemlich bewölkt, sodass das Türkis nicht so intensiv leuchtet. Queenstown riecht nach Tourismus, trotzdem wurde alles nett angerichtet und strahlt Kiwi Gemütlichkeit aus. Nach einiger Parkplatzsuche spazieren wir zum Hafen. Die Jugend und die Junggebliebenen vergnügen sich derweil sportlich auf dem Sportplatz. Wie schon öfters, gibt es tolle dicke Kirschen direkt an der Straße zu kaufen, sehr lecker. Die Einkaufstraßen wimmeln von Freizeitangeboten jeglicher Couleur. Speedboating, Rafting Airdiving usw. Frage mich, ob die vielen Backpacker hier das alles nutzen. Nach einigen Fotos und einem Imbiss reisen wir weiter. Im Reiseführer wird noch eine Geisterstadt an unserem Weg angepriesen. Wir fahren nur hindurch, denn hier regieren nicht die Geister, sondern der Nippes-Tourismus. Jedem, wie er es mag. Danach lassen uns wieder Berge und gewundene Straßen den Kommerz vergessen. Meilenweite Panoramen erquicken Auge und Seele und die Sonne scheint hier auch mutiger.
Der Lake Wanaka empfängt uns türkis blau leuchtend. Hier urlauben die Kiwis. Wir finden einen riesigen Campingplatz und bekommen auch einen Stellplatz, sogar in der ersten Reihe zum Wasser. Bestimmt über 2 bis 3 km erstreckt sich das CP Areal entlang des Ufers. Uns erstaunen die Neuseeländer. Vielleicht 5 % haben Wohnwagen, meist sehr alt aber auch wenige ganz neue. Alle anderen zelten, jedoch mit allem Komfort. Die Familien kommen mit 2 Autos, beide komplett voll geladen. Eines zieht einen Anhänger mit 150cm hohen Flachten, beladen mit Zelten, Kajaks, Fahrrädern, Tischen, Stühlen, Solarpanel mit Ladestation und 60Ah Batterie, Pavillion, Klozelt, mindestens 5 riesige Kühlboxen und natürlich den obligatorischen 2m breiten Gasgrill. Ohne den scheinen Kiwis nicht lebensfähig zu sein. Am zweiten Auto hängt das Motorboot mit V8 Motor.
Mit den ganzen Utensilien werden richtige Zeltburgen, oft mit anderen Bekannten oder Verwandten gebaut. Sie sind ein sehr geselliges und kommunikatives Volk. Und obwohl sie gern zusammen sitzen, klönen und trinken, geschieht alles ruhig und leise. Gegen 21:30 verkriechen sich alle in die Betten. Dafür beginnt der nächste Morgen gegen 7 Uhr mit dem Starten der Achtzylinder und Wasserski auf dem See. Morgens herrscht noch Flaute und das Wasser ist glatt. Nach einer Stunde gibt es wieder Ruhe, Wind kommt auf und es ist Frühstückszeit, Grill anwerfen und Bakon, Würstchen und Eier brutzeln. Studieren anderer Lebensweisen kann spaßig sein, wir hätten lieber länger geschlafen. Die V8 sind heftig laut und die den See umlagernden Berge werfen den Schall dreifach zurück. Uns bereitete der CP viel Freude. Die Leute sind rücksichtsvoll und nett. Smalltalk läuft immer und überall. Die Kinder spielen und toben ohne zu stören.
Es ist einfach alles harmonisch.
Beitrag zwei kommt von Jürgen Knösch
Als ich 1990 mit dem Reiserad 9 Wochen in NS unterwegs war, gab es rund um den Mount Cook eine interessante Begegnung mit einem anderen Reiseradler. Wir trafen uns in einem kleinen Nest in einem Tea-Room und kamen ins Gespräch.
Er erzählte mir, dass er bereits 5 Tage immer die gleiche Straße entlang fahren würde, weil er endlich einmal den Mount Cook komplett sehen möchte. Leider verhingen immer die Wolken den Gipfel und manchmal den ganzen Berg.
Ich sah den Gipfel in dieser Zeit leider auch nicht. Unsere Wege trennten sich wieder und ich fuhr später mit dem Bus an der Westküste entlang. Das Rad konnte man ja bequem in den Anbau des Busses tun. Während der Fahrt schlummerte ich so vor mich hin und plötzlich hielt der Busfahrer an und blubberte etwas unverständliches. Aber aller stiegen auf einmal aus und dann kapierte auch ich, warum der Busfahrer angehalten hatte. Man hatte freie Sicht auf den Mount Cook. Da stand der mächtige Berg unter blauem Himmel.
Alle konnten ihre Fotos schießen und danach ging die Fahrt weiter.
Ich fand es ziemlich “Neuseeländisch”, dass der Busfahrer einfach mal eben an hielt. In Deutschland wäre so etwas undenkbar.
Beitrag drei kommt von Jenny Menzel (vom Weltwunderer Blog)
Eine unglaubliche Erfahrung
„Was war denn dein schönstes Erlebnis in Neuseeland?“ – „Hach, die Delfine…“ Davon erzählt wohl fast jeder Reisende mit Begeisterung. Delfine sehen ist schon ein Highlight; aber erst, mit ihnen zu schwimmen! Weit draußen auf dem Meer, kein Land mehr in Sicht, und die unglaublich eleganten und nahezu mystischen Meeressäuger kommen schwerelos herangeschwommen und nehmen neugierig Kontakt auf… eine unglaubliche Erfahrung muss das sein.
Das dachten wir uns auch, nachdem wir bei einer Fahrt mit dem Aquataxi im Abel Tasman National Park ganz überraschend auf eine Schule von Tümmlern getroffen waren, die aus reiner Lebenslust vor unserem Boot Saltos sprangen. Wir wollten auch mal anfassen!
Nach eingehender Recherche wurde klar, dass ernsthaftes Delfinschwimmen nicht nur teuer, sondern außerdem nur zu dem Preis des Frühaufstehens zu haben ist – und das im Urlaub! Nun gut; wir quälten uns also im Morgengrauen aus den Betten und zückten die Kreditkarten, um an Bord des schnittigen Katamarans zu gehen, der in Tauranga im Hafen lag. Die Wetsuits wurden verteilt, Kaffee und Muffins wurden serviert und der Kapitän startete die Motoren…
… und von hier an ging die Erlebniskurve steil abwärts. Lag es an dem schlechten Kaffee, an zu vielen Muffins, die wir zu früh am Morgen vertilgt hatten, oder einfach nur am schlechten Vorbild der Mitreisenden? Der Hafen war jedenfalls noch nicht außer Sicht, als schon die erste Passagierin kreidebleich nach hinten wankte und sich an der Reling festkrallte. Es folgten in kurzen Abständen immer mehr Fahrgäste, die sich schön nebeneinander auf dem Achterdeck aufstellten und abwechselnd nach vorn beugten. Ich hätte es bestimmt noch witziger gefunden, wenn ich nicht eine halbe Stunde später selbst dort gestanden hätte. Der Seegang war an diesem Tag so heftig, dass mindestens ein Drittel der Tourteilnehmer schwer seekrank war – während der gesamten Fahrt!
Ach ja, und die Delfine? Vielleicht einen oder zwei habe ich aus dem Augenwinkel gesehen. Von den unzähligen Tümmlern, die unser Boot bald entdeckten und wirklich ausdauernd begleiteten, bekamen wir Versehrten kaum etwas mit; wir waren schon froh, wenn wir uns so lange beherrschen konnten, dass wir uns nicht auf ihre Köpfe erleichtern mussten. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Leider waren alle Nicht?Seekranken damit beschäftigt, begeistert die Delfine zu fotografieren und sie durch lautes Singen und Klatschen zum Bleiben zu animieren. So gibt es keine Fotos von uns, wie wir bleichgesichtig und verzweifelt abwechselnd den Horizont und das Wasser unter dem Katamaran fixierten.
Wie sich herausstellte, durfte an diesem Tag leider niemand mit den Delfinen schwimmen, weil die ihre Babys mitgebracht hatten. Aber der Ausflug wird uns auch ohne angefasste Delfine immer in Erinnerung bleiben – als unglaubliche Erfahrung. „Was war denn dein schönstes Erlebnis in Neuseeland?“ Meine Tochter weiß es ganz genau: „Als wir mit dem Boot zu den Delfinen gefahren sind und alle gekotzt haben!“
Die Weltwunderer
Und nun die Bekanntgabe des Gewinners:
… and the winner is … (5 Minuten auf die Folter spann…) … (5 Minuten Werbeblock-Einblendung) … ( noch weiter Cliffhanger simulieren) …
Ok, machen wir es kurz, das Buch geht an … die Weltwunderer (Jenny Menzel)! Herzlichen Glückwunsch!
Das Buch (und die Trostpreise) gehen auf die Reise, sobald ich die Adressen habe.
Vielen Dank noch einmal für die Teilnahme, und jetzt sind wir auch schon mitten drin im zweiten GermaNZ-Jahr. Zum nächsten Geburtstag gibt es bestimmt auch wieder eine Feier.
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Jaaa, juhuuu, klasse!! Ich bin ganz gerührt; mein erster Gewinn in einem Preisausschreiben seit Jahren, und dann noch ein Literaturpreis… schnüf. Jetzt freue ich mich auf den Gewinn (obwohl mir das schon ein bisschen peinlich ist, dass du das Buch jetzt um die halbe Welt schicken musst wegen mir, Frithjof…).
Und, wie jeder gute DSDS-Kandidat weiß: “Ich mach natürlich weiter!” Bald hat ja mein eigener Blog Jubiläum.
Lieben Gruß und tausend Dank noch mal!
Jenny
@Jenny: Viel Spass beim Lesen! Denk’ dran, Du musst mir noch Deine Adresse schicken (per Mail), damit ich das Buch auch verschicken kann. Dass es nach Deutschland gehen wuerde, war mir ja vorher klar, kein Problem.
LG Frithjof
Hallo Frithjof,
ich bedanke mich noch einmal, dass ich ohne gewonnen zu haben dennoch ein Andenken bekommen werde. Ich freue mich schon drauf, ebenso freue ich mich auf deine weiteren Posts über Neuseeland! Weiter so!
LG Jürgen
Juhuu, es ist da!! Das ging ja superschnell; ein Hoch auf den pflichtbewussten Frithjof! Wenn ich jetzt mal einen Abend ohne Arbeit erwische, fange ich gleich mit Schmökern an…
Dankbare Grüße
Jenny
@Jenny: Wow, das ging ja schnell. Muss ein neuer Rekord sein! Viel Spass beim Lesen!
An die beiden Trostpreisgewinner: Die Post ist auch unterwegs, muesste dann wohl auch bald bei Euch sein. Viel Spass damit.
Hallo Frithjof,
mein Preis ist gestern angekommen. Nochmals vielen Dank!!!
LG Jürgen
Hallo Frithjof,
mein Preis kam während eines kleinen Italienurlaubs an. Sehr schön die vielen Tiere auf den Karten. Das hast du sehr gut getroffen. Auch der Cathedral Pin wird seinen gerechten Platz bekommen. Vielen Dank und die Einladung besteht weiter…