Heute vor einer Woche gab es das Beben, welches hier in Canterbury das Leben von allen verändert hat. Wie es sieht es nach einer Woche aus?
Für uns persönlich hat die Normalität zum großen Teil wieder Einzug gehalten. Die Nachbeben über Tag waren schwach und deutlich weniger gewesen als die Tage vorher. Ich habe das Gefühl, jetzt kann man langsam in den Aufbau-Modus wechseln, ich bin selber auch nicht mehr so mit Adrenalin vollgepumpt und nicht mehr so schreckbar.
Viele hatten nicht so viel Glück wie wir (mal abgesehen davon, dass alle Glück hatten, dass sie noch am Leben sind). Die Inspektoren sind immer noch dabei, die Privathäuser zu untersuchen und die grünen, gelben oder roten Markierungen anzubringen. Hier eine kurze Statistik über die Markierungen:
By the end of yesterday, 4069 building evaluations had been carried out across the city.
Of the 958 buildings inspected in the CBD 74.3 per cent have received a green placard (little or minor damage), 20 per cent have received a yellow placard (will need repairs but usable for shelter) and 5.7 per cent have received a red placard (major damage, not suitable to occupy).
Of the 2290 residential buildings inspected, 86.55 per cent received a green placard, 12.2 per cent received a yellow placard and 1.25 per cent received a red placard.
Bei uns werden sie wohl nicht vorbei kommen, die ganze Strasse sieht aus wie vor dem Beben.
Hier im Blog kehrt auch langsam Normalität ein. Die Besucherzahlen, die es am ersten Tag nach dem Beben hatte, sind schon wieder auf dem Rückzug. Die Schaulustigen wenden sich anderen aktuellen Themen zu, nur noch die wirklich Neuseeland-Interessierten bleiben hier und schauen sich um. Also, einfach zur Tagesordnung übergehen? Nein, ich glaube das geht nicht so einfach. Das Leben in Christchurch wird sich verändern. Ich weiss noch nicht, welche Auswirkungen es alle haben wird, aber nach so einem Ereignis unverändert zur Tagesordnung überzugehen, das wird wohl nicht möglich sein. Alleine die psychologischen Folgen und die (zumindest kurzfristigen) ökonomischen Folgen werden langsam sichtbar. Es wird viele kleine Geschäftsinhaber treffen, die nicht weitermachen können. Das Gesicht der Stadt wird sich dort zwangsweise verändern, wo Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden müssen. Auch die Gesichter der Leute haben sich verändert. Viele sehen sorgenvoll und gestreßt aus, die Unbeschwertheit der Neuseeländer ist (zumindest für einige Zeit) gedämpft.
Aber ich bin auch erstaunt, wie viel in einer Woche schon alles geschafft wurde. Ich muss ein großes Lob den Hilfsmannschaften aussprechen, die in so kurzer Zeit so viel an Infrastruktur wieder reparieren konnten. Meine Hochachtung vor all den Leuten, die bis an den Rand der Erschöpfung geholfen haben, obwohl vielleicht sogar das eigene Haus schwerer beschädigt war.
Ich hoffe dann mal auf eine so ruhige Nacht wie es der Tag gewesen war.
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