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Wer sich eine Übersicht über die Artikel verschaffen möchte, dem sei die Archiv Seite ans Herz gelegt. Dort sind die Artikel noch einmal nach verschiedenen Kriterien aufgelistet.

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Busfahren in Christchurch

ACHTUNG: Der folgende Artikel stammt aus der Zeit vor dem Februar Erbeben 2011. Einige Dinge haben sich geaendert und sind temporaer, manche Dinge werden wohl permanent anders sein. Wenn ein stabiler Zustand erreicht ist, werde ich den Artikel updaten. Bis dahin bitte online bei http://metroinfo.co.nz/limited-services.html und http://eqviewer.co.nz/index-busroutes.html (aktuelle Busrouten) ueber den aktuellen Stand informieren.

 

Christchurch hat als Metropole der Südinsel ein ausgezeichnetes öffentliches Nahverkehrsnetz, das allerdings nur aus Bussen besteht. Für eine Stadt mit etwa 350.000 Einwohnern wäre eine U-Bahn wohl auch etwas überdimensioniert. Eine Strassenbahn gibt es auch, aber die würde ich eher zu den Tourismusattraktionen zählen. Dazu dann in einem späteren Post etwas mehr.

Bleiben also die Busse, und darum soll es hier in diesem Posting gehen. Nun sollte man meinen, Busfahren ist doch überall gleich, aber es gibt schon einige Unterschiede zum Busfahren in Deutschland. Ich benutze den Bus sehr häufig, um in die Innenstadt zu meinem Arbeitsplatz zu fahren, kann also aus Erfahrung sprechen.

Spinnennetz

Die Buslinien haben (fast) alle etwas gemeinsam, sie treffen sich in der Mitte der Stadt in der Bus Exchange. Das hat den Vorteil, dass man von der Innenstadt sehr bequem in alle Stadtteile kommt, ohne viel umsteigen zu müssen. Es ist allerdings etwas schwierig von den Stadtteilen woanders hin zu kommen als in die Innenstadt, weil die meisten Linien zur Stadtmitte fahren.

Orbiter und Metrostar

Die Querverbindungen werden von zwei Spezialbussen hergestellt, dem Orbiter Bus und dem Metrostar Bus. Der Orbiter fährt, wer hätte es gedacht, in einem Rundkurs um das Zentrum herum und verbindet damit die anderen Buslinien.

Der Metrostar fährt auch an der Mitte vorbei und verbindet die Einkaufszentren der Stadt (Shopping-Bus). Wer also eine ausgedehnte Shoppingtour machen möchte (und nicht in die Innenstadt dafür will), der ist mit diesem Bus gut dran.

Hier gibt es ein pdf dokument, auf dem die Buslinien auf dem Stadtplan zu sehen sind. Es befindet sich auf der zentralen Seite für den Busverkehr in Christchurch.

Bus Exchange

Der zentrale Busbahnhof (Bus Exchange) ist etwas verwirrend, wenn man sich nicht auskennt.

 Zudem finde ich ihn relativ versteckt, weil er in einem Gebäude drin ist und von aussen nicht sofort zu erkennen. Innen drin ist es auch verwirrend, weil es viele Platformen gibt, von denen die Busse abfahren (A – E). Ein paar davon befinden sich zudem auch ausserhalb des Gebäudes. Wenn man also nicht genau weiss, von welcher Platform der gewünschte Bus abfährt, dann muss man etwas Zeit einrechnen, um zur Platform zu kommen. Hier gibt es eine Karte der BusExchange im PDF format zum Anschauen.

Bei der Wahl der richtigen Buslinie gibt es eine Besonderheit zu beachten, die schon vielen Unwissenden eine unfreiwillige Stadtrundfahrt beschert hat: der Expressbus! (Ooh!)

Zu erkennen ist dieser Bus nur an dem Zusatz ‘X’ hinter der Nummer der Buslinie. Es gibt z.B. eine Linie 70 (mit der fahre ich immer), und es gibt eine Linie 70X (der Expressbus). Wenn man nun nichtsahnend in die 70X einsteigt, ohne das X zu beachten, dann kommt man möglicherweise gar nicht dahin, wohin man möchte. Warum nicht?

EXPRESS-Busse mit X

Express Busse fahren am Anfang und am Ende der Route ganz normal wie die Busse ohne X, aber dazwischen lassen sie einige Haltestellen aus und fahren dann irgendwie auf irgendeiner Route (wird vom Fahrer wohl nach Lust und persönlicher Vorliebe gewählt) bis zu der Haltestelle, wo sie dann wieder die ganz normale Route fahren. Das nennt sich dann Express, weil sie ja in der Mitte der Route nicht halten müssen. Wenn man das allerdings nicht weiss und irgendwo in der Mitte der normalen Route aussteigen möchte, dann hat man Pech gehabt.

Wenn ich mit dem Express nach Hause fahre, dann sitzt fast immer jemand drin, der sich hektisch umsieht in dem Moment, wo der Bus eine andere Strecke faehrt als die normale Linie. Meist drueckt der-/diejenige dann schnell den STOP Knopf, aber da ist es dann schon zu spaet, und die Stadtrundfahrt hat begonnen. Ich habe auch schon Leute gesehen, die dann an einer Ampel einfach den Notfall-Tueroffner bedient haben und ausgestiegen sind, ohne dass der Fahrer die Tuer geoeffnet haette.

Wer unsicher ist, ob der Bus auch dahin faehrt (und auch dort haelt), wo er hin moechte, der fragt am besten beim Einsteigen den Busfahrer.

Metrocard – Cash

Wer nicht nur einen Tag in Christchurch ist und vorhat, oefter mit dem Bus zu fahren, der sollte sich eine kostenlose Metrocard zulegen. Das ist eine Art Pre-pay Chipkarte, mit der man beim Fahrer die Fahrt bezahlen kann. Es wird dann erheblich billiger, weshalb auch die meisten Busbenutzer solch eine Metrocard haben.

Aufladen kann man die Karte beim Serviceschalter in der BusExchange (1. Stock), oder direkt beim Fahrer. Man muss mindestens $10.00 einzahlen, wer also weniger weahrend seines Neuseelandaufenthaltes verfaehrt, fuer den lohnt sich das mit der Metrocard nicht. Das Antragsformular kann man sich beim Serviceschalter in der BusExchange holen oder online hier downloaden und ausdrucken.

Im Bus braucht man dann nur noch die Karte auf das Lesegeraet zu halten, und es wird der Betrag abgebucht. Es gibt dann einen kurzen Piepston, der anzeigt, das abgebucht wurde. Ein (winziges) Display zeigt dann auch den Restbetrag der Karte an.

Tip: man muss die Karte nicht aus dem Portemonnaie herausholen, das funktioniert auch, wenn man die Karte nur in die unmittelbare Naehe des Lesegeraete haelt (also z.B. das Portemonnaie auf das Lesegeraet legen reicht normalerweise).

Falls man weniger auf der Karte an Restguthaben hat, als eigentlich fuer die Fahrt noetig waere, dann bekommt man einen Zettel ausgedruckt mit dem Hinweis, dass man ueberzogen hat. Die Fahrt kann man aber trotzdem antreten, man faehrt dann sozusagen teilweise auf Kredit. Fuer die naechste Fahrt muss man dann allerdings wieder aufladen.

Bilder typische Bushaltestellen

kommen noch, werden nachgereicht

Pünktlichkeit, Timing points

Wie sieht es mit der Puenktlichkeit aus?  Wollen wir es mal so sagen: wer puenktlich irgendwo sein will, der sollte lieber einen Bus frueher fahren. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Puenktlichkeit beeinflussen:

  • Naehe der Haltestelle zum’Timing Point’. Was ist das? Jede Busroute hat ein paar Timing Points auf der Strecke, an denen der Busfahrer kontrolliert, ob er zu schnell oder zu langsam ist. Wenn er zu schnell war, dann haelt er an diesem Timing point und wartet, bis er wieder im Plan ist. Wenn das nun gerade die Haltestelle ist, an der man selber einsteigt (oder eine Haltestelle kurz dahinter), dann ist die Abfahrt puenktlicher, als wenn man direkt vor diesen Timing Points einsteigen moechte. Dann kann es naemlich sein, dass der Bus schon vorbeigefahren ist, wenn er zu schnell unterwegs war.
  • School Holidays: In den Schulferien sind die Busse morgens vor 9 und nachmittags nach 3 erheblich leerer und daher auch viel puenktlicher als in der Schulzeit. In der Schulzeit sind die Busse manchmal so voll morgens, dass sie einfach an den Haltestellen vorbeifahren und keinen mehr hereinlassen (nur noch raus). Das ist dann etwas ueberraschend fuer die Leute an der Bushaltestelle, wenn der Bus vorbeifaehrt.
  • Einsteig am Anfang der Route oder am Ende: Klar, wenn man am Anfang der Route einsteigt, ist der Bus natuerlich puenktlicher als am Ende.
  • Berufsverkehrszeiten: Die Berufsverkhrszeiten koennen die Busse erheblich verlangsamen, vor allem, wenn sie eine Strecke fahren, die man nicht umgehen kann. Es gibt in Christchurch also auch so etwas wie Staus. Problemstrecken sind z.B. die noerdliche Einfallstrasse von den Vororten Rangiora und Kaiapoi, da ist morgens haeufig Stau. Oder nachmittags die New Brighton Road nach Westen in Richtung New Brighton, weil es dort keine echte Alternative gibt und alle dort lang muessen.
  • Persoenlichkeit des Fahrers: Es gibt Fahrer, die pellen sich ein Ei darauf, ob sie puenktlich sind oder nicht. Naja, das ist wohl ueberall auf der Welt so.

Merkwuerdigkeiten

Es gibt noch ein paar Dinge, die sich beim Busfahren in Christchurch deutlich vom Busfahren in Deutschland unterscheiden:

Wenn man aussteigt, bedankt man sich kurz beim Fahrer. In Deutschland steigt man einfach wortlos aus.

Einstieg nur vorne, Ausstieg hinten und vorne. So muss jeder am Busfahrer vorbei und bezahlen. Es gibt keine Kontrolleure, die Schwarzfahrer aufspueren wollen, weil ja jeder beim Einstieg dem Fahrer nachweisen muss, dass er bezahlt hat.

Wer an der Bushaltestelle steht und der Bus kommt, dann muss man ihm anzeigen, dass man einsteigen moechte (winken, Hand heben oder so aehnlich). Das heisst dann hier ‘Signal Driver‘, und es steht auch an jeder Haltestelle deutlich dran.
Wenn man das nicht macht, kann es sein, dass der Bus einfach vorbeifaehrt. Will ja keiner.

Journey Planner: Es gibt auf der MetroInfo Webseite einen, wie ich meine, guten Travel Planner. Man kan hier Tuer-zu-Tuer Routen ausgeben lassen, mit verschiedenen Buslinien und Zeiten, auch verschiedene Kartenansichten der Routen sind moeglich. Well done! Hier geht es zum online travel-planner.

Fahrradmitnahme: das ist ein etwas schwieriges Thema. Die meisten Busse koennen keine Fahrraeder mitnehmen. Es gibt aber Linien, die das koennen und auch machen. Die Fahrraeder werden dann vorne am Bus (aussen) in speziellen Halterungen befestigt. Bitte einfach am Serviceschalter in der BusExchange fragen, welche Route das zu welcher Zeit anbietet.

Preiszonen: Es gibt drei Preiszonen. Der zu zahlende Fahrpreis haengt davon ab, wieviel Preiszonen man bereist. Eine Preisuebersicht findest du hier.

Keine Ansagen, wo man ist: In Deutschland ist es ueblich, eine Ansage vom Band (oder per Anzeige) zu bekommen, welches die naechste Haltestelle ist. Ist hier nicht ueblich. Wenn man keinen Schimmer hat, wo man aussteigen muss, einfach den Busfahrer fragen. Die sind meist so nett, und lassen einen auch mal zwischen den Haltestellen raus, genau da, wo man hinwill. Die meisten Busfahrer sind sehr hilfsbereit.

Erst aufstehen, wenn der Bus hält: in Deutschland muss man sich schon rechtzeitig vor dem Ausstieg der Tuer naehern (waehrend der Fahrt), wenn man eine Chance haben wollte, auch aussteigen zu koennen, bevor die Tuer wieder zu ist. Das ist hier nicht so. Der Bus haelt. Dann steht man auf und geht zur Tuer (vorne oder hinten) und steigt nach dem obligatorischen Abschieds-Bedanken-Gruss aus. Alles viel gemuetlicher und nicht so hektisch. Naja, meistens jedenfalls.

Haltestellen (Stops) haben Nummern, Ankunft der Busse über Handy abfragbar: Wer gerne aktuell wissen moechte, wie lange er noch auf seinen Bus warten muss, der kann die Ankunftszeit per WAP mit dem Handy abfragen. Hier die Webseite dafuer: http://www.metroinfo.org.nz/wap.html . Keine Ahnung, wie das funktioniert, habe ich nie probiert.

Fahrtrichtung beachten, wenn man Linksverkehr noch nicht gewohnt ist! … sonst fährt man in die falsche Richtung.

Fuer alle, die es von Deutschland vielleicht nicht gewohnt sind, ein Hinweis: Es sind in allen Bussen Ueberwachungskameras installiert. Das dient der Sicherheit, es gibt auch hier Vandalismus und Leute, die sich nicht benehmen koennen.

Die Busfahrer sind keine Banker. Wer bar bezahlen will, der sollte Kleingeld dabei haben, weil die Busfahrer nur sehr wenig Wechselgeld dabei haben. Das liegt zum einen daran, das kaum einer mit Bargeld bezahlt (Siehe Metrocard weiter oben), und ich denke, es ist auch der Sicherheitsgedanke dahinter. Ab und zu versuchen Leute, die Bar-Kasse der Busfahrer zu klauen. Wenn dann nicht viel drin ist, lohnt das eben nicht so sehr.

Vorne im Bus gibt es spezielle Plaetze fuer Kinderwagen/Rollies/Buggies (meist zwei). Die Busse koennen auch zum Fahrbahnrand abgesenkt werden, und es gibt eine ausklappbare Rampe, mit der man den Bus fahrend be’treten’ kann (“Kneel on request“). Das ist auch kein grosser Akt und funktioniert reibungslos.

Wenn man die oeffentlichen Busse zum sightseeing nehmen moechte, dann setzt man sich am besten nach hinten (also hinter den hinteren Ausgang), dort kann man besser aus dem Fenster schauen, weil die Sitze weiter ueber den Fensterraendern sind.

Fast hätte ich es vergessen: es gibt in der Innenstadt auch einen kostenlosen Shuttle-Service, hier gibt es einen Plan von der Route.

Und noch ein letzter Hinweis: fuer Senioren gibt es die Moeglichkeit, kostenlos zu fahren mit der “Super Gold Card“. Die Bedingungen stehen hier.


So. ‘Ne Menge Stoff fuer so ein einfaches Thema wie Busfahren, oder?

 

Ich moechte gerne meine Artikel so gehaltvoll wie moeglich machen, es soll ja hier Informationen geben, die Ihr sonst nirgendwo anders gebuendelt finden koennt.

Viel Spass beim Busfahren in Christchurch!

Noch Fragen zum Thema? Immer her damit, schreib doch einfach einen Kommentar!


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2 comments to Busfahren in Christchurch

  • denis

    Super, dass mit dem X ist mir gar nicht aufgefallen, aber erklärt mir nun einiges ^^

    Noch eins hab ich, da mein Vermieter einer der Programmierer war, es gibt an vielen Haltestellen eine Anzeige, die ähnlich wie eine Parkuhr aussieht. Mal einzeln stehend, mal am Unterstand befestigt. einfach mit dem Finger drauf drücken und schon sieht man mit Hilfe kleiner LED, in wieviel Minuten der nächste Bus voraussichtlich kommen wird.

    In Wellington wird der Standort des Busses auf einer digitalen Karte (Navi ähnlich) im Innenraum auf TFT-Monitoren angezeigt, im Wechsel mit den Bildern der Überwachungskameras (gut als Spiegel oder um die Schöne zwei Reihen hinter mir anzuschauen )

  • frithjof

    Stimmt, das hatte ich ganz vergessen, das mit den kleinen, blauen ‘Parkuhren’. Ich mache da noch mal ein Bild von, dann kann man sich das besser vorstellen. Danke fuer den Hinweis!
    Und der Hinweis auf das System von Wellington ist auch gut. Ich finde, die haben das besser geloest als in Christchurch. Ist echt nett mit der Anzeige, wo man gerade ist. Da in den Bussen (in Christchurch) keine Ansage existiert, welche Haltestelle die naechste ist, ist der Ortsfremde haeufig am Raetseln, wo er aussteigen muss. Diese real-time Anzeige, wo man gerade ist, hilft da ungemein weiter. Wuensche ich mir fuer Christchurch auch!

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