Ich habe gerade eine Anfrage bekommen, wie das denn so geht mit dem Auto kaufen in Neuseeland, und wie hoch die laufenden Kosten sind. Am Ende der Mail dachte ich mir: Mensch, das interessiert vielleicht auch noch andere, und voilá, hier ist er, der Artikel zum Thema Autokauf in Neuseeland.
Auto kaufen
Ich kann hier nur für Christchurch was sagen, aber ich denke mal, für größere Orte sieht es ähnlich aus (also Wellington, Auckland, Dunedin, Palmerston North, Napier/Hastings, Tauranga, Hamilton, New Plymouth, Whangarei, Rotorua).
In Christchurch gibt es einige Autohändler, und es gibt wohl auch so extra car markets für backpacker oder andere traveller: http://www.backpackerscarmarket.co.nz/
Man muss einfach ein paar Händler besuchen und Vergleiche machen, wie in Deutschland auch. Ich kann da keinen Händler empfehlen, da kenne ich mich nicht aus.
Vom Zeitpunkt her ist es so: am Anfang der Saison (also ab Oktober) steigen die Preise für Gebrauchtwagen, gegen Ende der Saison (also März/April) sinken sie wieder, weil dann die Leute wieder nach Hause fliegen und ihre Autos loswerden wollen.
Wenn Du es spannend haben willst, kannst Du auch Dein Auto ersteigern: http://www.turners.co.nz/Vehicles/Cars vielleicht kann man da an ein Schnäppchen kommen.
In Neuseeland gibt es auch etwas Ähnliches wie Ebay, das heisst hier TradeMe, dort gibt es auch Auto-Verkäufe: http://www.trademe.co.nz/Browse/Motors/Cars.aspx Da kannst Du Dir auf jeden Fall einen Überblick über den Markt verschaffen.
Noch ein wichtiger Hinweis für den Gebrauchtwagenkauf (Danke, Peter, für den Hinweis, das hatte ich glatt vergessen!): unbedingt einen Vehicle History check (oder Vehicle Information Report VIR) machen lassen! Z.B. hier: http://www.motorweb.co.nz/ Kostet $30, aber erspart einem eine Menge Ärger, falls es Probleme mit dem Auto gibt. Der neue Eigentümer ‘erbt’ nämlich noch ausstehende Strafzettel (fines), und das möchte ja keiner. Zumindest kein Käufer. Auch will man natürlich sicherstellen, daß das Fahrzeug weder als gestohlen gemeldet (und nachher vom eigentlichen Eigentümer zurückverlangt werden kann -repossession) wurde, noch daß der Tacho zurückgedreht wurde.
Noch eine nützliche Resource: Der Used Car Safety Report 2009 (10 Seiten pdf).
Unterhaltskosten
Man muss unterscheiden zwischen Benzinern und Dieselfahrzeugen. Bei Dieselfahrzeugen muss zusätzlich eine sogenannte Road User Charge (RUC) bezahlt werden: http://www.nzta.govt.nz/vehicle/registration-licensing/ruc.html Da musst Du dann in Abhängigkeit der gefahrenen Kilometer bezahlen. Wenn Du Dir das sparen willst, dann bleiben Benziner übrig.
Bei Benzinern fallen also diese Kosten an:
a) Registrieren:
http://www.nzta.govt.nz/vehicle/registration-licensing/registration/index.html und http://www.nzta.govt.nz/vehicle/registration-licensing/fees.html Das ist ein einmaliger Vorgang beim Besitzerwechsel des Autos, und wird evtl. vom Händler gemacht, man bekommt dann ein Zertifikat, dass man jetzt als Verantwortlicher für das Auto eingetragen ist. Es ist keine Besitzurkunde, sowas scheint es hier nicht zu geben. Wenn man privat das Auto kauft, dann muss man das Registrieren selber machen. Kann in jeder Post gemacht werden: http://www.nzpost.co.nz/products-services/payments-money/vehicle-services
b) Lizensieren:
Die Lizenz muss laufend erneuert werden http://www.nzta.govt.nz/vehicle/registration-licensing/licensing.html . Man bezahlt für die Erlaubnis, das Auto auf öffentlichen Strassen benutzen zu dürfen. Ich bezahle das immer jährlich, es geht aber auch 3monatlich oder 6 monatlich. Kosten: http://www.nzta.govt.nz/vehicle/registration-licensing/fees.html
Bezahlen kann man das bei jeder Post (siehe link unter a))
c) WOF (Warrant of Fitness):
http://www.nzta.govt.nz/vehicle/warrants-certifications/getting-wof/index.html Das ist so eine Art Tüv und muss alle 12 Monate gemacht werden, wenn das Auto jünger als 6 Jahre ist, ansonsten alle 6 Monate für ältere Fahrzeuge. Die meisten Autowerkstätten machen das. Wenn alles ok ist, bekommt man ein Label in das Auto geklebt : http://www.nzta.govt.nz/vehicle/warrants-certifications/getting-wof/about.html
Was kostet das? Kommt drauf an, wo Du es machen läßt, so um die $40-$50.
d) Versicherung:
Wir haben unser Auto bei der AMI Versicherung versichert http://www.ami.co.nz/products/vehicle/ , ca. $380 das Jahr, das schließt die Haftpflicht mit ein. Ist vielleicht nicht die billigste Versicherung, aber sie haben ein gutes Filialnetz. Allerdings haben wir den maximalen Schadenfreiheitrabatt, kann also durchaus teurer werden, wenn man das nicht hat und Vollkasko haben will.
Versichern sollte man auf jeden Fall, auch wenn es nicht vorgeschrieben ist. Vor allem, wenn man noch unsicher am Anfang ist wegen des Linksverkehrs, kann es nicht schaden, versichert zu sein, wenn man anderen Schaden zufügt. Wir konnten sogar einen Schadenfreiheitsrabatt der Deutschen Versicherung übernehmen. Dazu einfach von der Deutschen Versicherung Deines Autos in Deutschland eine Bescheinigung austellen lassen über den erreichten Rabatt (in Englisch natürlich, sonst können die hier nix damit anfangen).
e) Benzinkosten:
Liter Benzin kostet ca. $1.73 im Moment. Deine Kosten hängen dann vom Verbrauch Deines Fahrzeugs ab und natürlich von der Strecke, die Du fährst. Musst Du selber ausrechnen.
f) Reparatur und Werkstattkosten:
in Abhängigkeit vom Zustand Deines Töff-Töffs
Man kann in Neuseeland natürlich auch ohne Auto von A nach B kommen, aber wenn man ehrlich ist, ist Neuseeland ein Auto-Land. Zugverkehr gibt es kaum, Busse nur auf den Hauptstrecken. Größere Entfernungen werden geflogen. Mit Auto ist man einfach flexibler.
Habt ihr noch Ergänzungen/Anmerkungen? Immer her damit! Einfach einen Kommentar schreiben, geht ganz leicht.
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Hallo Frithjof
Soweit ich informiert bin sollte man sich beim Autokauf auch erkundigen ob das Auto schuldenfrei ist, denn die Schulden kauft man bei einem Auto mit. Es gibt auch eine Stelle wo man dieses anfragen kann. Ob das noch so ist kann ich nicht sagen aber das wäre soweit mein Wissensstand.
Danke, Peter, für den Hinweis! Ich habe das oben noch mit in den Artikel eingebaut für die Leute, die keine Kommentare lesen. Ist ja ein wichtiger Hinweis und immer noch gültig.
Viele Grüße,
Frithjof